Glossar · G
Gewerk
Ein Gewerk ist ein abgegrenzter Leistungsbereich am Bau, der von einem Handwerk oder einer Fachrichtung ausgeführt wird.
Gewerke gliedern ein Bauvorhaben nach Fachgebieten. Typisch sind Rohbau, Dach, Elektro, Sanitär, Heizung, Trockenbau, Putz, Maler, Fliesen und Bodenbelag. Jedes Gewerk hat eigene Fachregeln, Materialien und Normen, und meist eigene Qualifikationen der ausführenden Betriebe.
Für die Vergabe sind Gewerke die Grundlage der Fachlose. Auf der Baustelle bestimmt ihre Reihenfolge den Zeitplan: Elektroinstallation und Trockenbau müssen sich abstimmen, bevor die Maler beginnen. Betriebe sollten Schnittstellen zu angrenzenden Gewerken im Angebot benennen, etwa Schlitze, Durchbrüche oder Schutzmaßnahmen. Die Koordination übernimmt je nach Vertragsmodell der Bauherr, ein Planer oder der Generalunternehmer. Bei Suche und Einordnung von Aufträgen auf der Börse dient das Gewerk als wichtigste Kategorie.
Praxis: Ordnen Sie Ihr Angebot einem klaren Gewerk zu und nennen Sie Randleistungen ausdrücklich. Das erleichtert Auftraggebern die Suche und beugt Missverständnissen über die Leistungsgrenze vor.
Verwandte Begriffe
- FachlosEin Fachlos fasst Leistungen eines Gewerks zusammen und wird getrennt vom übrigen Bauvorhaben ausgeschrieben.
- GeneralunternehmerEin Generalunternehmer übernimmt ein Bauvorhaben im Ganzen und vergibt Teile der Arbeiten an Nachunternehmer.
- NachunternehmerEin Nachunternehmer führt im Auftrag des Hauptauftragnehmers einen Teil der vertraglich geschuldeten Leistung aus.
- MeisterpflichtDie Meisterpflicht verlangt für bestimmte Handwerke den Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation, um selbstständig…